Programm 2009

 

Freitag, 14. August 2009

Ab 12.00 Uhr: Anreise und Anmeldung im Tagungsbüro

19.00 Uhr – Eröffnung der Tagung und Begrüßung der Teilnehmer

19.15 Uhr – Grußwort

Referent: Dr. Christoph Hahn
Bayerische Mykologische Gesellschaft e.V.
Thema: Grußwort und Ausblick auf künftige Projekte der BMG
Dauer: ca. 30 Minuten

19.45 Uhr – Eröffnungsvortrag

Referent:
Thema:
Einführung in den Nationalpark, Vorstellung der Exkursionsgebiete und aktuelle Ergebnisse aus der Nationalparkforschung
Inhalt:
Es erfolgt eine Einführung über die Entwicklung des „Alten Nationalparks“ (Rachel-Lusen-Gebiet), der Teil des Gesamtparks, mit der längsten Schutztradition. Im Folgenden werden die Exkursionsgebiete vorgestellt und standörtlich charakterisiert.

Im Jahr 2006 wurde das Forschungsprojekt „Biodiversität und Klima“ im Nationalpark, mit den Hauptzielen, Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaften zu liefern sowie weiterhin den Zusammenhang zwischen Prozessschutz und seine Wirkung auf die Biodiversität aufzulösen, gestartet. Es sollen Ergebnisse aus diesem Projekt vorgestellt werden, der Schwerpunkt liegt dabei auf den lignicolen Pilzen.
Dauer:
ca. 45 Minuten

 


Samstag, 15. August 2009

8.30 – 12.00 Uhr – Exkursionen

13.00 – 17.00 Uhr – Fundbearbeitung

15.00 – 15.30 Uhr:

Referent:
Thema:
Projektvorstellung "Funga Bavarica" und Diskussion
Dauer:
ca. 30 Minuten

15.30 – 16.00 Uhr:

Referent:
Dr. Oliver Dürhammer
Thema:
BayFloraKryptogamen – Online-Präsentation Pilze
Dauer:
ca. 30 Minuten

16.00 – 16.30 Uhr:

Referent:
Frank Dämmrich
Thema:
Inhalt:
MykIS - ein mykologisches Informationssystem und Kartierungsprogramm.

- Erklärung der grundsätzlichen Funktionen
- Darstellung der Erfassungs- u. Auswertungsmöglichkeiten
Dauer:
ca. 30 Minuten

17.00 – 18.00 Uhr – Fundbesprechung

Ab 19.30 Uhr – Fachvorträge

Referent:
Thema:
Dung, ein besonderes Ökosystem
Eine Einführung in die Welt der coprophilen Pilze
Inhalt:
Viele Menschen finden es abstoßend, sich mit Fäkalien von Tieren zu beschäftigen. Auch die Suche nach Pilzen auf Dung gehört für die meisten Mykologen sicher nicht zu den beliebtesten Tätigkeiten. Wie interessant und abwechslungsreich das Leben auf Dung ist und warum, soll in dem Vortrag erläutert werden.

Es geht um die Fragen: Was gibt es für organische Materialen? Was ist Dung? Welche sonstigen Lebewesen können wir auf Dung finden? Welche Pilze können wir auf Dung finden? Außerdem wird eine Übersicht über die coprophilen Ascomyceten und Basidiomyceten gegeben.
Dauer:
ca. 45 Minuten

Referent:
Andreas Kuhnt
Thema:
Auf Schleimpilzsuche in Bayern:
Artenvielfalt, Ökologie und "Begleiter"
Inhalt:
Auf einem kurzen Spaziergang durch verschiedene Biotope werden einige Arten der Schleimpilze (Myxomyceten) vorgestellt, deren Schönheit und Formenvielfalt sich nur mit einer Lupe zeigt. Manche sind durch bunte Farben gekennzeichnet, andere wiederum sind unauffällig braun und daher meist nur schwierig zu finden.

Ein besonderes Interesse gilt dabei den sogenannten corticolen Myxomyceten, die auf der Borke von lebenden Bäumen erscheinen. Eine andere äußerst bemerkenswerte Gruppe von Arten wächst ausschließlich im Bereich von abtauenden Schneefeldern in Gebirgslagen. Diese nivicolen Myxomyceten waren in den letzten Jahren Ziel einer Untersuchung in den Bayerischen Alpen. Viele dieser Arten, insbesondere aus den Gattungen Diderma und Lamproderma konnten auch dort nachgewiesen werden.

Bei der Suche nach Myxomyceten werden auch immer wieder interessante Vertreter anderer Pilzgruppen gefunden, einige Bilder dieser "Begleiter" werden ebenfalls gezeigt.
Dauer:
ca. 30 Minuten

 


Sonntag, 16. August 2009

8.30 – 12.00 Uhr – Exkursionen

13.00 – 17.00 Uhr – Fundbearbeitung

17.00 – 18.00 Uhr – Fundbesprechung

Ab 19.30 Uhr – Fachvorträge

Referent:
Thema:
Auswirkungen des Rothenbucher Totholz- und Biotopbaumkonzepts auf die Holzpilz-Artenvielfalt in Rotbuchenwäldern
Inhalt:
In einem ausgedehnten Laubwaldgebiet im Hochspessart wurde 2006 untersucht, ob sich alte Rot-Buchenbestände, die seit mehr als 15 Jahren nach dem „Rothenbucher Totholz- und Biotopbaumkonzept“ bewirtschaftet werden, hinsichtlich Struktur-, und Artenvielfalt, von vergleichbaren Beständen ohne ein derartiges Konzept unterscheiden.

Qualitätsziele des Konzeptes sind: Schutz von Horstbäumen, Belassen von 10 ökologisch besonders wertvollen Bäumen pro Hektar, Erhalt und Akkumulation von durchschnittlich 10 m³ Totholz pro Hektar auf der gesamten Fläche. Der Vergleich erfolgte in Rothenbuch, und in einem unmittelbar angrenzenden Gebiet ohne entsprechendes Konzept. Dabei wurden Vögel, xylobionte Käfer, Mollusken und Holz bewohnenden Pilze auf mindestens je 15 Probekreisen durch standardisierte Aufsammlungen erfasst.

Die Ergebnisse dieses Vergleichs mit dem Schwerpunkt der Holz bewohnenden Pilzen werden vorgestellt.

Inzwischen geht das Schutzkonzept der Bayrischen Staatsforsten (NEFT 2006) konsequent einen Schritt weiter, nämlich das Erreichen einer Gesamttotholzmenge von mindestens 40 m³ Totholz pro Hektar für über 140jährige Buchenbestände und Bestände älter als 180 gänzlich aus der Nutzung zu nehmen.
Dauer:
ca. 20 Minuten

Referent:
Thema:
Corticiaceae - eine wenig beachtete, aber hochinteressante Pilzgruppe
Inhalt:
Die unnatürliche Sammelfamilie der Corticiaceae ist in vielen Gebieten Deutschlands immer noch nicht gut genug untersucht. Für die Bestimmung von Corticiaceae ist die Benutzung des Mikroskops unerlässlich. Eine Vielzahl von unterschiedlichen Cystidentypen und die ganze Bandbreite der Sporenformen, -ornamentierungen und -größen, sowie schwierig zu mikroskopierende Fruchtkörper setzen für die Bearbeitung eine intensive Auseinandersetzung mit dem Material voraus. Das Große Florenwerk "The Corticiaceae of North Europe" mit Illustrationen von John Eriksson ist immer noch das unerreichte Standardwerk zu ihrer Bestimmung.

Neuere molekulare Untersuchungen ergaben, dass Gattungen der Corticiaceae über das gesamte System der Basidiomyceten verstreut sind. Botryobasidium-Arten (Langer & Langer 2000) und eine neue Art Schizopora bresinskyi (Langer 2000), die aus dem Nationalpark Bayerischer Wald beschrieben wurden, werden vorgestellt.
  • Langer, E. 2000. Bemerkenswerte Pilze aus dem Nationalpark Bayerischer Wald: Schizopora bresinskyi sp. nov. Hoppea 61:229-235.
  • Langer, G., Langer, E. 2000. Die Botryobasidium-Arten des Bayerischen Waldes. Hoppea 61:237-266.
Dauer:
ca. 45 Minuten

 


Montag, 17. August 2009

8.30 – 12.00 Uhr – Exkursionen

13.00 – 17.00 Uhr – Fundbearbeitung

17.00 – 18.00 Uhr – Fundbesprechung

Ab 19.30 Uhr – Fachvorträge

Referent:
Prof. em. Dr. Andreas Bresinsky
Universität Regensburg
Thema:
Saftlinge und Schnecklinge in und außerhalb von Bayern - Pilotprojekt für eine Mykoflora Deutschlands
Inhalt:
Schnecklinge (Hygrophorus) und Saftlinge (Hygrocybe s. l.) sind Gattungen innerhalb einer Familie (Hygrophoraceae), die sich in der Ernährungsweise ihrer Arten und damit in ihren ökologischen Ansprüchen unterscheiden. Die Gattungs- und Artkonzepte sind auch gegenwärtig noch im Fluss bzw. nicht völlig geklärt. In einer Pilotstudie wurde eine Bearbeitung der Gattungen für eine anzustrebende Mykoflora Deutschlands vorgenommen.

Die dabei zugrunde gelegten Gesichtspunkte werden exemplarisch erläutert. Für die Gattung Hygrocybe wird ein engeres Gattungskonzept angewendet, dass die Gattung Camarophyllus ausschließt und für den verbleibenden Teil der Gattung eine Aufgliederung in mehrere kleinere Gattungen vorsieht (Hygrocybe s. str., Gliophorus, Neohygrocybe, Porpolomopsis). In Anlehnung an die Praxis bei den Höheren Pflanzen wird häufig die informelle Kategorie der Aggregat-Art angewendet. Bei der Untergliederung von Aggregat-Arten in die einzelnen dazu gestellten Sippen wurde ein enger Maßstab gewählt, der es aber bewusst offen lässt, ob die unterscheidbaren Glieder eines Aggregates als (Klein-)Arten, Unterarten, Varietäten oder Formen zu bewerten sind. Die detaillierten Angaben zu Habitaten und ökologischen Parametern, sowie die Geo-Daten, die mittels der Datenbank PILZOEK für die einzelnen Arten (Taxa, Sippen) gesammelt und in geordnet-zusammengefasster Form (Ökogeogramme) ausgewiesen werden, ermöglichen verschiedene Auswertungen, die beispielhaft dargelegt werden.

Dauer:
ca. 45 Minuten

Referent:
Gerhard Wölfel
Thema:
Die Gattung Rötlinge (Entoloma)
Ein Überblick zum aktuellen Wissensstand
Inhalt:
Nach eine Phase intensiver Bearbeitung der Rötlinge während der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts mit der Beschreibung zahlreicher neuer Arten ist es in den letzten 5 Jahren sehr ruhig um die Gattung geworden. Sind die europäischen Rötlinge inzwischen vollständig erforscht? Auf diese Frage versucht der Vortrag eine Antwort zu geben.
Dauer:
ca. 45 Minuten

 


Dienstag, 18. August 2009

8.30 – 12.00 Uhr – Exkursionen

13.00 – 16.00 Uhr – Fundbearbeitung

16.00 – 17.00 Uhr – Fundbesprechung

17.00 Uhr – Beendigung der Tagung und Abreise

 

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