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Pilzsachverständigen-Fortbildung für Krankenhauseinsätze

Nürnberg, 27. März 2010. Die Bayerische Mykologische Gesellschaft hat in Zusammenarbeit mit der Naturhistorischen Gesellschaft in Nürnberg kostenlos fränkische Pilzsachverständige für Notfälle durch Pilzvergiftungen geschult.

Wenn im April die ersten Morcheln ihre auffällig gekammerten Fruchtkörper aus dem Boden schieben, kann man den einen oder anderen Pilzfreund mit einem Korb bewaffnet im Wald antreffen. Denn für Kenner beginnt die Schwammerlsaison schon im Frühjahr. Auch der Georgsritterling, in der Bevölkerung als Maipilz bekannt, gilt vielen Sammlern als schmackhafte Delikatesse.

Doch was tun, wenn man als Laie in die Pilze gehen, aber weder sich noch die Familie durch Giftpilze gefährden will? Mit etwas Glück findet sich in der Nähe ein Pilzsachverständiger, der ehrenamtlich das Sammelgut kontrolliert, um so Vergiftungen vorzubeugen. Ohne diese Pilzberatung kommt es jedoch immer wieder zu fatalen Verwechslungen, da unter den bekannten Speisepilzen einige giftige Doppelgänger lauern.

Kommt es dann zu einer Pilzvergiftung, hilft nur noch der schnellstmögliche Weg zum Arzt. Auch hier helfen Pilzsachverständige, indem sie versuchen, anhand von Putz- oder Essensresten die verspeisten Pilze zu identifizieren. Falls nötig wird sogar der Mageninhalt untersucht. Der Arzt erhält so wertvolle Informationen, um die Patienten möglichst gezielt und umfassend zu behandeln.

Um die fränkischen Pilzsachverständigen für diesen Notfall zu trainieren, hat die Bayerische Mykologische Gesellschaft (BMG) vom 24. bis 25. April 2010 bei der Naturhistorischen Gesellschaft in Nürnberg eine kostenlose Fortbildung abgehalten. Unter der Leitung des Präsidenten der BMG, Dr. Christoph Hahn, wurden die Teilnehmer intensiv geschult.

Die Suche nach Giftpilzresten in einem zubereiteten Pilzgericht gleicht einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Hahn zeigte Tricks, um vom Gemisch aus Öl, Sahne, Speck, Zwiebeln und Speisepilzen möglichst rasch auf ungewollte Fehlgriffe im Sammelgut zu schließen und die Giftpilze so genau als möglich zu bestimmen. Alle Teilnehmer hoffen, das bei der Schulung vermittelte Wissen nicht anwenden zu müssen. Aber für den Ernstfall sind die Pilzsachverständigen jetzt gewappnet.

Die Bayerische Mykologische Gesellschaft wird auch weiterhin regelmäßig kostenlose Schulungen für Krankenhauseinsätze anbieten, damit für Notfälle mit Pilzvergiftungen genügend erfahrene Sachverständige zur Verfügung stehen.

Über die Bayerische Mykologische Gesellschaft
Die Bayerische Mykologische Gesellschaft vereint die bayerischen Pilzfreunde, Mykologen und Arbeitsgemeinschaften unter einem Dach und fördert als autarker Landesverband die Pilzkunde. Die gemeinnützige Organisation betreut im Freistaat die Weiterbildung von Pilzsachverständigen. Jene Fachkräfte beraten Pilzsammler sowie Gesundheitseinrichtungen und verhindern dadurch Pilzvergiftungen.


Ziegelroter Risspilz (Inocybe erubescens) - stark giftig

Download-Link Pressefoto (hochauflösend, Dateigröße 2 MB)

Pressefoto: Andreas Kunze

Bildunterschrift: Akute Verwechslungsgefahr: Junge, noch weiße Exemplare des stark giftigen Ziegelroten Risspilzes ähneln dem essbaren Maipilz.

 

Pressekontakt

Hans Halbwachs
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit

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D - 63916 Amorbach
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