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Goldfarbener Glimmerschüppling entdeckt

Zwiesel, 2. Oktober 2009. Ein Ranger des Nationalparks hat im Zwieseler Ortsteil Lichtenthal einen seltenen Pilz aufgespürt. Bei dem Fund des Goldfarbenen Glimmerschüpplings handelt es sich voraussichtlich um den Erstnachweis für den gesamten Bayerischen Wald.

Heinrich Holzer aus Zwieslerwaldhaus von der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft staunte nicht schlecht, als er eines Morgens einen stattlichen Blätterpilz präsentiert bekam: Das größte Exemplar war fast 30 cm groß, der Hutdurchmesser betrug über 10 cm. Schnell hatte der Pilzsachverständige die Fruchtkörper als Glimmerschüppling (Phaeolepiota aurea) bestimmt. Der Fund stammte von Martin Stadler, einem Ranger des Nationalparks. Entdeckt wurden die raren Pilze am Rand einer Streuobstwiese, an die eine Natursteinmauer aus Granit angrenzt. Auf dem nährstoffreichen Boden findet der Pilz offenbar ideale Lebensbedingungen – sehr zur Freude von Heinrich Holzer.

„Eigentlich dürfte der Pilz in dieser Region gar nicht vorkommen, weil die meist kargen Böden zu wenige Nährstoffe bieten. Typische Habitate sind dagegen Plätze mit erhöhter Stickstoffkonzentration, wie z.B. Brennnesselgebüsche am Wegrand. Umso erfreulicher, dass die hier seltene Art praktisch vor der Haustüre eine Existenznische gefunden hat.“

Seinen Namen erhielt der Goldfarbene Glimmerschüppling durch sein markantes Äußeres: Sowohl der Hut als auch der Stiel sind freudig gelb- bis orangebraun gefärbt und fein glimmerig-kleiig mit abwischbaren Körnchen besetzt. Bei jungen Exemplaren spannt sich zwischen dem Hutrand und dem Stiel eine schützende Haut. Bei Reife des Fruchtkörpers reißt diese auf und legt die Lamellen an der Hutunterseite frei. Jetzt können die dort produzierten Sporen über die Luft verbreitet werden und so für Nachkommen sorgen. Der Überrest des Häutchens bleibt noch lange als Manschette am Stiel sichtbar.

Über die Bayerische Mykologische Gesellschaft
Die Bayerische Mykologische Gesellschaft vereint die bayerischen Pilzfreunde, Mykologen und Arbeitsgemeinschaften unter einem Dach und fördert als autarker Landesverband die Pilzkunde. Die gemeinnützige Organisation betreut im Freistaat die Weiterbildung von Pilzsachverständigen. Jene Fachkräfte beraten Pilzsammler sowie Gesundheitseinrichtungen und verhindern dadurch Pilzvergiftungen.



Goldfarbener Glimmerschüppling (Phaeolepiota aurea)

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Pressefoto: Andreas Kunze

Bildunterschrift:
Auf einer Streuobstwiese in Zwiesel hat der Nationalpark-Ranger Martin Stadler eine prächtige Gruppe Goldfarbene Glimmerschüpplinge entdeckt.

 

Pressekontakt

Hans Halbwachs
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit

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