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Eschensterben in Bayern

Pressemitteilung 01/2011 der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft
zum Eschensterben in Bayern


Yggdrasil - der Weltenbaum der nordischen Sage ist in größter Not

Das Eschensterben nimmt in Bayern dramatische Ausmaße an.

Pilzexperten der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft (www.mykologie-
bayern.de
) haben in bayernweiten Umfragen bei Waldbesitzern und Pilzkundlern
bestätigt bekommen – das Eschen(trieb)sterben hat in Bayern ein dramatisches
Ausmaß erreicht. Betroffen sind mittlerweile Bäume aller Altersklassen. Bei
Jungpflanzen ist je nach Standort ein Totalverlust zu verzeichnen. Ältere Eschen
sind bis zu 90% ihrer Laubtriebe beraubt. Auch hier muss mit dem baldigen
Absterben gerechnet werden. Nur wenige Standorte sind noch weitestgehend vital.  

Die Ursache für diese Kalamität ist die Nebenfruchtform eines bekannten Pilzes, der
die abgefallenen Blätter der Esche zersetzt. Es handelt sich hier um „Chalara
fraxinea“. Die Hauptfruchtform wird als „Hymenoscyphus albidus“ - das
“Eschenblatt-Stengelbecherchen“ bezeichnet. Daneben ist aber mit
“Hymenoscyphus pseudoalbidus“ eine zweite Erscheinungsform dieses Pilzes
entdeckt worden. Welche von den beiden aber in der Nebenfruchtform so aggressiv
werden konnte, ist bislang nicht geklärt. Auch, warum eine lang bekannte und
bisher im Naturkreislauf nützliche Pilzart derart pflanzenschädigend auftritt, liegt
bislang vollkommen im Dunkeln.  

Eine Bekämpfung der Erkrankung ist bei diesem massiven Auftreten der Symptome
in natürlichen Beständen nicht möglich. Die Infektion der Eschen erfolgt vermutlich
über den Blattaustrieb. Daher auch der offizielle, deutsche Name der Erkrankung -
Eschentriebsterben“. Hoffnung machen die derzeit auch in stark befallenen
Beständen immer wieder sichtbaren, noch völlig vitalen Individuen. Aus diesen
könnten in Zukunft resistente Pflanzen gezüchtet werden, um einen Totalverlust
dieser wertvollen Baumart zu verhindern. Nach der Ulme wäre dies die zweite
Baumart, die innerhalb von 30 Jahren als häufig vertretene Laubbaumart stark
dezimiert wird.  

Private Grundstücksbesitzer mit geschädigten Bäumen sollten diese sorgfältig
entfernen und die Zweige baldmöglichst an geeigneten Stellen verbrennen, um die
weitere Ausbreitung einzudämmen. Bei dem aktuellen Ausbreitungsdruck dieser
Pilzart geht es dabei nur um Schadensbegrenzung. Befallene Bäume in Wäldern
und an Gewässern sollten zur Strukturanreicherung dort belassen werden, da   
Eingriffe die Ausbreitung des Pilzes unangemessen fördern. Im Siedlungsraum
muss selbstverständlich die Verkehrssicherungspflicht beachtet werden.


Die Bilder im Anhang können unter Angabe der Bildautoren für Veröffentlichungen
zum Thema verwendet werden

Weiter führende Quellen im Internet
http://www.lwf.bayern.de/waldbewirtschaftung/waldschutz/aktuell/2010/38291/index.
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Pressekontakt

Hans Halbwachs
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit

Danziger Straße 20
D - 63916 Amorbach
Telefon: 09373 - 200139
E-Mail: zum Kontaktformular

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