Die Bayerische Mykologische Gesellschaft erweitert ihre Diskussionsplattform auf forum.pilze‐bayern.de mit dem Unterforum „Pilzvergiftungen“. Das Board dient dem Sammeln und gebündelten sowie zeitnahen Bereitstellen von Informationen über Vergiftungsfälle durch den Verzehr von Pilzen. Registrierte Mitglieder können das Board über die Benachrichtigungsfunktion abonnieren und werden fortan automatisch über neue Fälle per E‐Mail informiert. Der Service ist kostenlos.
Bei der Veröffentlichung von Vergiftungsfällen arbeitet die Bayerische Mykologische Gesellschaft Hand in Hand mit der Toxikologischen Abteilung des Klinikums Rechts der Isar in München zusammen. Dort leisten die für den Ernstfall geschulten Fachkräfte des Giftnotrufs unter der Rufnummer 089 ‐ 19 240 wertvolle Hilfe bei Pilzvergiftungen. Ausgewählte Fälle werden nach Rücksprache mit den Betroffenen und deren Einverständnis anonymisiert an den Informationsdienst der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft übermittelt.
Darüber hinaus ruft der Landesverband alle Pilzfreunde dazu auf, sich als Melder beim Informationssammeln zu beteiligen: Wer beispielsweise in den Medien etwas über eine Pilzvergiftung erfährt oder in seinem Umfeld als Pilzsachverständiger oder gar als Betroffener eine Pilzvergiftung erlebt, kann im Unterforum „Pilzvergiftungen“ ein neues Thema erstellen und darin den Fall schildern.
Anschließend erfolgt ein Datenabgleich mit dem Giftnotruf, damit die Datenbasis auch bei zunächst schwacher Quellenlage nutzbar ist. Erst dann werden neue Themen in diesem Board freigeschalten und für die Öffentlichkeit einsehbar. Die Beitragsmoderation soll die Melder vor ungewollten Datenschutzverstößen und etwaigen Ahndungen schützen. Denn bereits eine Ortsangabe kann ohne Namensnennung Persönlichkeitsrechte verletzen, wenn z.B. bei sehr kleinen Ortschaften Rückschlüsse über die betroffene Person gezogen werden können.
Über die Toxikologische Abteilung des Klinikums Rechts der Isar in München
Die Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen Klinik der Technischen Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Zilker umfasst die Bereiche Giftnotruf, toxikologisches Labor und toxikologische Station mit Intensivstation, geschlossene Station (Drogenentzug und selbstmordgefährdete Patienten), offene Station und Ambulanz sowie die Umweltambulanz. Zu den Forschungsschwerpunkten zählen unter anderen Pilzvergiftungen.
Die Bayerische Mykologische Gesellschaft vereint die bayerischen Pilzfreunde, Mykologen und Arbeitsgemeinschaften unter einem Dach und fördert als autarker Landesverband die Pilzkunde. Die gemeinnützige Organisation betreut im Freistaat die Weiterbildung von Pilzsachverständigen. Jene Fachkräfte beraten Pilzsammler sowie Gesundheitseinrichtungen und verhindern dadurch Pilzvergiftungen.
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Pressefoto: Andreas Kunze
Bildunterschrift: Der Ziegelrote Risspilz enthält das Pilzgift Muskarin in hoher Konzentration und ist deshalb stark giftig.
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Pressefoto: Andreas Kunze
Bildunterschrift: Verwechslungsgefahr: Der essbare Maipilz wächst zur selben Zeit und kann dem Ziegelroten Risspilz ähnlich sehen.