Vom Klima her steht Mainfranken ziemlich im Gegensatz zur letztjährigen Tagung in Berchtesgaden, wo der Funtensee den deutschen Kälterekord mit fast -46°C hält. Mainfranken gilt zusammen mit dem Rheintal als wärmste Gegend Deutschlands. Die thermophilen Eichen- und Buchenwälder auf Kalk und Buntsandstein ebenso wie die Kalkmagerrasen und Saftlingswiesen, aber auch die Binnendünen und sandigen Kiefernwälder, bieten viele Schätze aus dem Reich der Pilze. Lothar Krieglsteiner hat hier für seine Dissertationsarbeit unter fast 3000 Taxa u.a. mehr als 150 für Bayern neue Pilzarten gefunden.
Pilzexperten der Region starten mit Hilfe der Leader-Aktionsgemeinschaft Ammersee eine einzigartige Dokumentation als Internetportal
Das Ammerseegebiet hat mehr Natur als gemeinhin bekannt ist. Dass es dort viele seltene und außergewöhnliche Pflanzen und Tierarten gibt, davon hat man ja schon gehört. Kaum bekannt ist aber, dass die Region reich an Pilzarten ist, die woanders in Bayern oder auch in anderen Bundesländern kaum noch gefunden werden.
Deshalb hat die Bayerische Mykologische Gesellschaft (BMG e.V.) das Projekt "Pilze der Ammerseeregion" initiiert, das bis Ende 2013 umgesetzt werden soll. Dafür stehen insgesamt 72.000 Euro zur Verfügung, von denen die LEADER-Aktionsgemeinschaft Ammersee mit Mitteln des Bayerischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie der Europäischen Gemeinschaft 30.000 Euro übernimmt. Leaderprojekte sind Maßnahmen mit besonderem Vorzeigecharakter. An der notwendigen KoFinanzierung beteiligen sich die an den Ammersee grenzenden Landkreise Starnberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg/Lech (Sparkassenstiftung Landsberg-Diessen). Für den Landkreis Weilheim engagiert sich die Schutzgemeinschaft Ammersee e. V.. Die Fehlbedarfsfinanzierung übernimmt der Bayerische Naturschutzfonds. Den üblichen Eigenanteil von 10 % finanziert die Gesellschaft selbst.
Durch das LEADER-Projekt werden Informationen über die Pilze des Fünfseenlandes der Öffentlichkeit und der Fachwelt zugänglich gemacht. Dies wird zumindest in der Ammerseeregion Bewusstsein dafür schaffen, dass Pilze mehr sind als nur Lebensmittel. Denn Pilze sind schützenswerte Bestandteile der Natur, die wesentlich zur Biodiversität beitragen und unverzichtbare Bausteine in vielen Ökosystemen darstellen.
Der Naturschutz sollte sich also nicht darauf beschränken, nur besondere Tiere und Pflanzen zu schützen, sondern auch die Pilze entsprechend ihrer Bedeutung für die Ökologie zu berücksichtigen. Der geplante Pilzkatalog kann somit einen Beitrag dazu leisten, erweiterte Naturschutzkonzepte zu schaffen. Durch den Pilotcharakter wäre es denkbar, das Projektmodell auch auf andere Regionen im Voralpenland zu übertragen.
Er ist ein effektiver Gebäudezerstörer – Serpula lacrymans, der Echte Hausschwamm. Die Bayerische Bauordnung sieht schon seit längerer Zeit keine Meldepflicht mehr vor. Lediglich in den Bundesländern Thüringen und Sachsen ist das Melden von Hausschwammbefall noch Pflicht. Nun haben Pilzfachleute, nämlich Heinrich Holzer und Peter Karasch der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft (www.mykologie-bayern), allein im Großraum Zwiesel-Frauenau in den letzten 15 Jahren mehr ....
So lautet der Titel des auf Initiative der BMG e.V. vom Bayerischen Ministerium für Umwelt und Gesundheit www.stmug.bayern.de im Rahmen der erfolgreichen Aktion www.tournatur.bayern.de kürzlich fertig gestellten Info-Flyer.
Die Bayerische Mykologische Gesellschaft startet über ihr Forum auf forum.pilze-bayern.de einen kostenlosen elektronischen Informationsdienst über Vergiftungsfälle mit Pilzen. Über die Benachrichtigungsfunktion können sich Interessierte automatisch über neue Fälle per E-Mail informieren lassen. Bei dem Projekt arbeitet die Organisation eng mit der Toxikologischen Abteilung des Klinikums Rechts der Isar in München zusammen. Ausgewählte Fälle werden anonymisiert an die BMG übermittelt. Der Verband für Pilzfreunde ruft die Bevölkerung dazu auf, sich beim Informationssammeln zu beteiligen: Wer beispielsweise in den Medien etwas über eine Pilzvergiftung erfährt oder in seinem Umfeld eine Pilzvergiftung erlebt, kann im Unterforum Pilzvergiftungen ein neues Thema erstellen und darin den Fall schildern. Nach einem Datenabgleich mit dem Giftnotruf werden die Meldungen freigeschalten und öffentlich einsehbar.Seite 1 von 4
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